Claude steuert jetzt deinen Mac – Anthropics Computer Use im Test

Anthropic startet Claude Computer Use für macOS. Der AI-Agent klickt, tippt und arbeitet Apps ab – auch wenn du nicht am Rechner sitzt.
Ein Mann in einem orangefarbenen Hemd hält ein Smartphone hoch, auf dem eine App angezeigt wird, und sitzt neben einem Laptop, auf dem ein Ordner geöffnet ist. Der deutsche Text wirbt für Claude Computer Use, mit dem Sie Ihren Mac von Ihrem Smartphone aus steuern und KI Aufgaben auf dem Mac erledigen lassen können. - digiak webdesign und entwicklung

Anthropic hat heute Computer Use für Claude auf macOS veröffentlicht. Der AI-Agent kann ab sofort Apps öffnen, im Browser navigieren, Formulare ausfüllen und Aufgaben erledigen – per Mausklick und Tastatureingabe, genau wie ein menschlicher Nutzer.

Was Claude Computer Use kann

Claude bewegt den Cursor, tippt Text, wechselt zwischen Fenstern und führt mehrstufige Aufgaben aus. Wer Claude beispielsweise bittet, eine Tabelle in Google Sheets zu füllen, sieht zu, wie der Agent das Spreadsheet öffnet, Zellen anklickt und Daten einträgt. Das Ganze läuft direkt auf dem Mac des Nutzers, nicht in einer Cloud-Sandbox.

Die Funktion ist in zwei Anthropic-Produkte integriert: Claude Code (für Entwickler) und Cowork (für alle anderen). In Cowork können Nutzer ohne Programmierkenntnisse Aufgaben delegieren – etwa Dateien organisieren, E-Mails vorbereiten oder Recherchen im Browser durchführen.

Claude priorisiert dabei vorhandene Integrationen. Wer Google Workspace oder Slack verbunden hat, nutzt Claude diese APIs direkt. Fehlt eine Anbindung, greift Claude auf den Bildschirm zurück und arbeitet visuell.

Dispatch: Aufgaben vom iPhone starten

Vergangene Woche hat Anthropic Dispatch eingeführt. Damit schicken Nutzer Aufgaben per iPhone an ihren Mac. Claude arbeitet die Aufgabe im Hintergrund ab. Wer abends vom Sofa aus eine Recherche anstößt, findet morgens die Ergebnisse auf dem Desktop.

Computer Use und Dispatch bilden zusammen Anthropics Vision eines AI-Agenten, der nicht nur antwortet, sondern handelt. Der Unterschied zu einem Chatbot: Claude wartet nicht auf Prompts in einem Textfeld. Claude bedient den Computer.

Verfügbarkeit und Einschränkungen

Computer Use läuft als Research Preview. Zugang haben Claude Pro- und Claude Max-Abonnenten auf macOS. Windows- und Linux-Support hat Anthropic noch nicht angekündigt.

Bevor Claude eine neue App steuert, fragt der Agent um Erlaubnis. Nutzer bestätigen jede App einzeln. Anthropic weist darauf hin, dass Claude während der Nutzung den gesamten Bildschirminhalt sieht – inklusive offener E-Mails, Passwort-Manager und privater Dokumente. Für sensible Daten empfiehlt Anthropic, die Funktion nicht zu verwenden.

Wie sich das vom Wettbewerb unterscheidet

OpenAI hat mit GPT-5.4 ebenfalls Computer Use in der API und in Codex eingeführt. Googles Project Mariner arbeitet an browserbasiertem Agent-Control. OpenClaw, ein Open-Source-Projekt, hat in den vergangenen Wochen für Aufmerksamkeit gesorgt und ähnliche Funktionen bereitgestellt.

Anthropics Ansatz unterscheidet sich in einem Punkt: Computer Use läuft lokal auf dem Mac, nicht in einer Remote-VM. Claude sieht und steuert den echten Desktop. Das macht den Agenten flexibler – birgt aber auch mehr Risiko.

Fazit

Anthropic liefert mit Computer Use das Feature, das Claude vom Chatbot zum Assistenten macht. Pro- und Max-Abonnenten auf macOS können die Research Preview ab heute testen. Wer sensible Daten auf dem Desktop hat, sollte die Berechtigungen genau prüfen. Der nächste Schritt: Windows-Support und der Sprung aus der Preview in die stabile Version.

Quelle: CNBC | Quelle: Engadget | Quelle: 9to5Mac

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